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A Quiet Place im Review: Ruhe in Frieden – Frieden und Ruhe

Dir liegen Grusel-Remakes und -Reboots schon lange schwer im Magen? Mit „A Quiet Place“ liefert Autor und Regisseur John Krasinski ein Horror-Debüt ab, das zumindest für Michael Bays Produktionsfirma Platinum Dunes eine Abkehr vom Aufwärmen alter Stoffe bedeutet.

Platinum Dunes hat in der Vergangenheit einige Genre-Projekte für den Big und Small Screen entwickelt. Dabei gab es abwechselnd Treffer ins Schwarze und Produktionen mit weniger positiven Reaktionen. Gerade Remakes beliebter Horrorklassiker, die dem Originalstoff nichts Neues abgewinnen konnten, entlockten dem Publikum nur ein Stirnrunzeln. „A Quiet Place“ ist diesbezüglich Teil eines frischen Windes, der gerade durch den Horrorfilmmarkt weht.

Ein ruhiger Platz – zum Überleben

2020, irgendwo in den USA: Eine Alien-Invasion hat die Erdbevölkerung drastisch reduziert. Die Aliens sind zwar blind, können dafür allerdings extrem gut hören und sind gnadenlose Jäger. Zu allem Übel ist ihre Hülle so robust, dass die überraschte Menschheit den Fleischfressern nichts entgegenzusetzen hat(te).

Unter den wenigen Überlebenden befindet sich die Familie Abbott. Tochter Reagan ist hörgeschädigt und die Gebärdensprache gehörte deshalb schon früh zum Alltag der Familie.

Wir begegnen der Familie in einer kritischen Phase: Vater Lee (John Krasinski) versucht zum einen seine Familie zu beschützen, zum anderen Ersatzteile für das Hörgerät der Tochter zu sammeln. Zeitgleich steht seine Frau Evelyn (Emily Blunt) kurz vor der Entbindung – in einer Welt, in der jedes Fiepsen, jeder Mucks, jeder Schrei das Leben kosten kann.

John Krasinski: Sympathische Personalunion und Horror-Neuling

Das Über-Genre Horror scheint vor allem dann neue Impulse zu erhalten, wenn sich Leute darin austoben, die neu im Stoff sind. Das war schon 2017 der Fall, als Comedian Jordan Peele mit „Get Out“ dem Black Cinema einen nötigen Anstoß gab und es darüber hinaus auch schaffte, seine Gesellschaftskritik in einen unterhaltsamen B-Movie-Plot einzubetten.

John Krasinski hat seine Wurzeln im TV und ist dem Mainstream-Publikum als Jim Halpert aus „The Office (US)“ ein Begriff – im Prinzip das Pendant zu Ulf aus unserem „Stromberg“. Neben anderen Projekten als Autor und ersten Versuchen als TV-Regisseur zeigte sich der Schauspieler mit polnischen und irischen Wurzeln in „13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi“ (2016) von einer ganz anderen Seite, nämlich mit ernster Miene und gestähltem Körper.

A Quiet Place ist zwar seine dritte Regie-Arbeit, aber dennoch sein Horrorfilm-Debüt. Als Vorbilder für die Inszenierung dienten unter anderem die Klassiker „Alien“ und „Der weiße Hai“. Zur Vorbereitung auf seinen gesellschaftskritischen und politischen Horrorfilm schaute sich John Krasinski aber auch aktuelle Independent-Erfolge an, darunter „Don’t Breathe“ von Fedé Alvarez und „Get Out“ von Jordan Peele. Und glaubt man der Kritik, kann er mit diesen Filmen mehr als mithalten.

Frischfleisch: Heilt „A Quiet Place“ Platinum Dunes von der Remake-Krankheit?

Neben den „Texas Chainsaw“-Remakes, finden sich in Michael Bays Produktionsunternehmungen auch die Horror-Remakes „The Hitcher“, „A Nightmare On Elm Street“ und „Freitag der 13.“ Die Filme fanden ihre Fans.

Im Bereich Reboots kurbelte Platinum Dunes „The Amityville Horror“ und zwei Live-Action-Adaptionen von „Teenage Mutant Ninja Turtles“ herunter.

Erfolg bei Kritikern und  an der Kinokasse hatte PD vor allem, wenn es sich an schmalbudgetierten Horrorfilmen beteiligte, die zudem auch noch eine originäre Story erzählten. Bestes Beispiel sind die Filme des „Purge“-Franchises: Der dritte Teil „Purge: Election Year“ hat bei einem Kleinstbudget von 10 Millionen US-Dollar rund 118 Millionen eingespielt.

Zusammen mit dem Erfolg von A Quiet Place scheint sich der Mut zu neuen Stoffen nun auch in der Filmwelt durchzusetzen. So gab Brad Fuller im Zuge eines Interviews bei der New Yorker Premiere an:

„Wir, als Unternehmen, sind immer auf der Suche nach originellem Material. Die Vorstellung, etwas Originelles zu finden, ist uns sehr wichtig. Wir haben einen Film gemacht, in dem gerade einmal zwei oder drei Minuten gesprochen wird und in dem der Sound ein hervorstechendes Element ist und es fühlt sich an, als würde dem Publikum diese Machart gefallen.“ (Quelle: Moviepilot)

Ja, tut es. Bitte in Zukunft mehr Frischfleisch und weniger abgelutschte Drehbuchknochen.

A Quiet Place
Genre: Horror / Thriller / Dystopie
Bundesstart: 12.04.2018
Laufzeit: 90 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren
Regie: John Krasinski
Drehbuch: Bryan Woods, Scott Beck, John Krasinski

Welcher Horror- oder Gruselfilm hat Dich zuletzt so richtig in den Sessel gedrückt? Nicht vergessen: In den Kommentaren ganz leise tippen – wir können Dich hören.

Bildcredit: Paramount Pictures

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