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Apr 27

Free-D: 3D-Druck gegen moderne Sklaverei

3D-Druck und Sklaverei? Das klingt nach Begriffen aus zwei völlig verschiedenen Welten. Das Start-up Free-D bringt sie zusammen, um unterdrückten Frauen und Opfern von Menschenhandel den Weg in ein freies Leben zu ermöglichen. Dafür bietet der F-LANE-Finalist aus London 3D-Druck-Kurse in Indien an.

Sklaverei existiert nicht nur in Geschichtsbüchern, sondern noch immer in vielen Ländern der Welt. Vor allem Frauen und Mädchen sind vom modernen Menschenhandel bedroht. Ohne schulische Bildung und berufliche Perspektiven geraten sie in Abhängigkeit, werden Opfer von häuslicher Gewalt oder kriminellen Organisationen. Das Londoner Start-up Free-D kämpft seit 2016 dafür, diesen Frauen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – und zwar mit kreativem Handwerk und 3D-Druck-Technologie.

Moderne Technik im Kampf gegen Menschenhandel

Dass 3D-Druck bei industriellen Fertigungsprozessen eingesetzt wird, leuchtet ein. Weniger selbsterklärend ist die Idee, mit der Technologie ein soziales Problem lösen zu wollen. Doch Free-D (abgeleitet von „freed“ (befreit) und „3D“) hat einen außergewöhnlichen Plan. Das Start-up möchte gefährdete Frauen und Opfer von Menschenhandel im Umgang mit digitalen Technologien schulen, um sie an einen zukunftssicheren, langfristigen Arbeitsplatz zu bringen. Die Kursteilnehmerinnen werden zu Schmuckherstellerinnen ausgebildet. Ihr wichtigstes Werkzeug ist der 3D-Drucker.

Start in Indien: 3D-Druck gegen die Unterdrückung von Frauen

Als Testfeld hat das dreiköpfige Free-D-Team Indien auserkoren. Allein hier sollen 14 Millionen Frauen in Sklaverei leben, von denen 40 Prozent auch nach einer Befreiung wieder in Abhängigkeit geraten. Warum? Weil die Rehabilitationsmaßnahmen fehlschlagen oder es gar keine gibt.  Die handwerkliche Ausbildung soll den Frauen helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Doch im Gegensatz zu den beiden Free-D-Gründern Katherine Prescott und Siavash Mahdavi, die seit Jahren in der Software- und 3D-Printing-Branche arbeiten, haben die meisten Frauen in Indien keinerlei Erfahrung mit Smartphones, Tablets und Co. Der Lehrplan sieht deshalb zunächst ein Grundlagen-Training vor, um den „digitalen Analphabetismus“ zu bewältigen und Unsicherheiten mit den Hightech-Geräten auszuräumen. Erst dann beginnt die handwerkliche Ausbildung zur Schmuck-Designerin.

Mit Technik und lokaler Unterstützung in ein neues Leben  

2017 testete das Free-D-Team sein Programm bereits mit ein- bis dreitägigen Workshops. Mittlerweile ist in Mumbai das erste Langzeitprojekt gestartet, an dem zehn Frauen teilnehmen. Um ihre teils traumatischen Erlebnisse aufzuarbeiten, erhalten sie bei der Schulung auch soziale und psychische Unterstützung durch lokale NGOs wie Kshamata. Mit dem Hersteller Imaginarium konnte das Start-up außerdem die größte 3D-Druckerei in Indien als Partner gewinnen, bei dem die Frauen ihre neunmonatige Ausbildung mit einem Praktikum beenden können. Im Austausch mit anderen lokalen Produzenten versucht Free-D, die Bedürfnisse potenzieller Arbeitgeber zu verstehen und ihre Anforderungen an das Lehrkonzept anzupassen.

3D-Druck-Skills für einen zukunftssicheren Arbeitsplatz

Einen Businessplan haben die Gründer schon ausgearbeitet. Die Kurse sollen künftig von Unternehmen finanziert werden, die in die Ausbildung ihrer Mitarbeiterinnen investieren. Denn mit den Schulungen löst Free-D auch ein Problem vieler Hersteller, die kein qualifiziertes Personal für ihre 3D-Druck-Produktionen finden. Ob Brücken, Fahrräder oder Sportschuhe – die Technologie findet mittlerweile in nahezu jeder Branche Anwendung, wodurch der Bedarf an Mitarbeitern mit 3D-Druck-Fähigkeiten steigt. In Mumbai seien diese Kompetenzen vor allem in der Schmuckindustrie gefragt. Langfristig möchte Free-D aber auch außerhalb von Indien aktiv werden und hat dafür global agierende 3D-Druck-Unternehmen wie Materialise oder Shapeways als mögliche Partner im Visier.

Free-D beim Final-Pitch des Start-up-Accelerators F-LANE

Die Chancen, mit ihrem vielversprechenden Konzept auch international durchzustarten, könnten sich am 2. Mai beim finalen F-LANE-Pitch auf der Republica in Berlin erhöhen. Als einer von fünf Finalisten des Start-up-Accelerators F-LANE vom Vodafone Institut wird Free-D seine Geschäftsidee vor Entscheidern und Investoren der Digitalbranche pitchen. Auf dieses Event haben sich die Gründer in den letzten Wochen mit den vier anderen F-LANE-Finalisten MamaBird, BreastIT, FinMarie und Doctory bei einem intensiven Coaching vorbereitet.

Kleinster gemeinsamer Nenner aller Konzepte: Sie fördern Frauen in technologischen Bereichen oder bieten Lösungen, um das Leben benachteiligter Frauen durch moderne Technik zu verbessern. Wie der Final-Pitch bei der Republica-Konferenz am 2. Mai ausgeht, erfährst Du natürlich bei uns.

Hat Free-D Dich schon überzeugt? Schreib uns, ob und warum Du von der 3D-Druck-Idee beeindruckt bist!

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