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Apr 27

F-LANE: Start-up Doctory revolutioniert Pakistans Gesundheitssystem

In Pakistan ist es sehr schwer, den passenden Doc für spezielle Beschwerden zu finden. Es fehlt an Transparenz und aktuellen Informationen zu Fachärzten in der Nähe. Allein die Kontaktdaten und Öffnungszeiten lassen sich nicht mal so eben im Internet recherchieren. Das Start-up Doctory bereinigt die Schieflage mit einer Suchmaschine für die Gesundheitsversorgung in Pakistan.

Mit dem Vorhaben, das Gesundheitssystem in Pakistan überschaubarer zu gestalten, hat Doctory es unter die fünf Finalisten des Start-up-Accelerators F-LANE, dem Förderprogramm des Vodafone Instituts zur Stärkung von Frauen im Technologiesektor, geschafft. Am 2. Mai findet der finale Pitch auf der Republica 2018 statt.

Informationslücke: Wenn die Arztsuche zur Schnitzeljagd wird

Ob Grippe, Hautausschlag oder Schmerzen im Knie: Im Normalfall führt deutsche Patienten der erste Weg immer zum Hausarzt, der dann zum Facharzt weitervermittelt.  In Pakistan stehen Patienten vor der Wahl, an welchen Facharzt sie sich direkt wenden. Denn Allgemeinmediziner gibt es laut Doctory in Pakistan nicht. Aber was, wenn man nicht weiß, wer der richtige Ansprechpartner ist und wo er zu finden ist?
So erging es auch der Mutter von Maliha Khalid. Als Jugendliche litt die junge Pakistanerin plötzlich an Ohnmachtsanfällen und ihre Mutter stand vor der Frage: An welchen Arzt soll ich mich wenden? Wer wird meine Tochter gut behandeln und die Symptome ernst nehmen? Und wann hat eigentlich welcher Facharzt geöffnet? Obwohl Maliha mit ihrer Familie in der pakistanischen Hauptstadt lebte, war das medizinische Versorgungsnetz unergründlich. Das war vor zehn Jahren. Heute möchte Maliha mit ihrem Doctory-Team gegen diesen Missstand ankämpfen.

Ziel: Nichts weniger als das Gesundheitssystem demokratisieren

Während ihrer College-Zeit arbeitet Maliha in der Telekommunikation. Nach und nach hinterfragt sie den Sinn hinter dieser Arbeit und entscheidet sich schließlich dazu, einen Beruf auszuüben, der Sinn stiftet und die Gesellschaft nachhaltig positiv beeinflusst. Vor vier Jahren begann sie an dem Start-up Doctory mitzuarbeiten, das ursprünglich von Ayyaz Kiani gegründet wurde. Mittlerweile ist Maliha das Gesicht des Start-ups und auch die Entscheiderin. Ihr Ziel ist es, mit Doctory ein Tool zu entwickeln, das das pakistanische Gesundheitssystem demokratisiert und insbesondere Frauen dabei unterstützt, die passende medizinische Versorgung für sich und die Familie zu finden. Denn die Frauen sind es, die in pakistanischen Familien die Entscheidungen treffen.

Doctory: So funktioniert es

Das Start-up Doctory funktioniert wie eine Suchmaschine: Der Hilfesuchende kann über die Plattform Gesundheitsinformationen und –dienstleistungen recherchieren, die insbesondere in den zehn größten Städten Pakistans, darunter Lahore, Karachi und Islamabad, zu finden sind. Da Frauen noch immer stark benachteiligt sind, bietet Doctory vor allem dieser Zielgruppe wichtige Informationen und Services. So finden sich zu den Einrichtungen auch Bilder, damit die Suchenden einen schnellen Einblick in die Einrichtungen haben. Außerdem kann bei fehlender Mobilität eine Fahrt zum Arzt gebucht werden. Durch Machine Learning und Feedback-Mechanismen verbessert sich das System kontinuierlich.

Neuland für Pakistan: Plattform umfasst bereits 5.000 Einrichtungen

Es gibt noch viel zu tun, denn das Start-up steht vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Als Doctory sich gründete, war in Pakistan die Idee, einen Arzt über eine Suchmaschine zu suchen, noch gar nicht angekommen. Andersherum dachte auch kein Mediziner daran, dass es gut sein könnte, über Google und Co. gefunden zu werden.  Vom Pakistan Medical and Dental Council, der pakistanischen Zulassungsstelle für Fachärzte, erhielt das Start-up insgesamt 40.000 Datensätze mit Fachärzten und Zahnärzten in ganz Pakistan. Doch die Daten waren veraltet, einige Mediziner sogar schon verstorben oder verzogen. Außerdem gab es oft keine Email-Adressen oder Telefonnummern. Mit einem motivierten Team recherchierte Doctory alle Daten für die Städte Lahore, Karachi und Islamabad und pflegte zunächst 5.000 medizinische Einrichtungen in die Plattform ein. Kaum online, gab es gleich Anfragen aus ganz Pakistan und ein positives Feedback von Ärzten. Die bekommen durch das Bewertungssystem auch einen Anreiz, sich länger als die üblichen maximalen fünf Minuten um einen Patienten zu kümmern. Die Idee funktioniert.

F-LANE: Großes Finale auf der Republica 2018

Am 2. Mai pitcht Maliha für Doctory beim Final-Pitch, der im Rahmen der diesjährigen Republica stattfindet. Dann treten die fünf Finalisten des Start-up-Accelerators F-LANE nach sechs Wochen Training für eine abschließende Präsentation vor ein Publikum aus Investoren und Medienvertretern. Doctory hat sich schon jetzt gegen mehr als 175 Startups aus 57 Ländern durchgesetzt.

Mit welchen digitalen Gesundheitstools hast Du schon Erfahrungen gemacht? Erzähle uns in den Kommentaren davon!

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